Die Welcome Party

Oktober 30, 2007

Letzten Freitag hatte ich nun endlich meine Welcome Party. Naja, es war nicht nur meine Party. Eine Kollegin meines Büros hat sich verabschiedet und außer mir ist noch eine aus Korea stammende Chinesin zur Abteilung hinzugekommen.

Für uns 3 wurde daher nach der Arbeit ein größeres Restaurant gemietet und so richtig gefeiert. Es gab allerlei japanische Köstlichkeiten wie Krabben, Sashimi (roher Fisch), Sake und sonstige nicht definierbare Dinge. Desweiteren gab es diverse Reden der Vorgesetzten und jeder von uns dreien musste sich vorstellen, wobei ich das auf Englischen machen durfte.

Um halb neun (wir hatten um 18h begonnen) war alles verspeist und die Gesellschaft hat sich langsam aufgelöst. Als ich vor dem Eingang des Restaurants so langsam mit den Verabschiedungen fertig war, wurde ich zur Seite genommen und ein jüngerer Kollege hat mit „second party“ zugeflüstert.

Lange Rede, kurzer Sinn: Der harte Kern (ca. 8 Leute) der Gesellschaft, inklusive mir, ist also in einer kleiner altmodischen, aber stilvollen, Kneipe ‘versackt’. Leider konnte ich es nicht verhindern, dass ich das obligatorische Karaoke mitmachen musste. Auch wenn meine Gesangskünste eher bescheiden daherkommen, waren meine japanischen Kollegen begeistert, da endlich jemand englische Lieder sang, die sie sehr gerne hören, sich aber nicht zu singen trauen.

Leider habe ich von dem offiziellen Essen keine Bilder, aber ein paar Karaoke Bilder sind hier zu finden.


(Fast) ein Monat rum

Oktober 25, 2007

Fast 1/6 meines gesamten Aufenthaltes ist jetzt schon fast vorüber. Zeit, mal wieder etwas zu schreiben.
Durch den Kauf einer Lampe und eines Tisches in japanischer Ausführung (15cm hoch) fühle ich mich in meinem Zimmer um einiges wohler und so langsam wird das Wohnheim zu meinem Zuhause.
Diesen Freitag habe ich meine Welcome Party, die meine Abteilung für mich organisiert. Ich wurde schon vorsichtig gefragt, ob ich trinkfest sei, so dass ich guter Hoffnung bin, dass der Abend sowohl feucht als auch fröhlich wird. Mein Supervisor hat außerdem eingeführt, dass sich mir jeden Tag einer meiner Kollegen vorstellen muss und mir erzählen soll, was seine (sind eigentlich nur Männer) Aufgaben sind. Ich hoffe, dass ich dadurch mehr zu tun bekomme, da die Arbeit momentan immer noch hauptsächlich aus Däumchendrehen besteht.
Am Sonntag Vormittag werde ich mit meinem Supervisor zum „Nissan Sales Festival“ fahren. Noch habe ich keine Ahnung, was der Grund dafür ist oder um was genau es sich darum handelt, aber ich freue mich dennoch schon darauf.

Letzte Woche war ich auch schon auf einem anderen „Business Trip“. Ein paar Kollegen, mein Chef und ich sind zur Tokio-Bucht gefahren und haben uns dort eine Firma angesehen, die unsere Logistik leitet. Dies beinhaltete eine Besichtigung des Containerhafens von Tokio und die Begehung eines riesigen Containerschiffs aus Thailand, auf dem der koreanische Kapitän uns in seinem interessanten Koreaner-Englisch die Navigation erklärte. Zum Mittag hat der Chef uns alle in ein angeblich italienisches Restaurant eingeladen, allerdings konnte der Koch seine japanische Herkunft nicht verleugnen und das hat man auch deutlich geschmeckt. Um einiges besser war das Abendessen, das aus Sushi und Asahi-Bier bestand. Auf ein Mal wurden die Japaner sehr locker und lustig. Ich weiß immer noch nicht, ob es an dem Bier lag oder an dem einsetzenden Feierabend. Kurz vor dem Sushi-Gelage durfte ich noch das legendäre japanische Prozedere des Visitenkartenaustauschens beobachten. Als Europäer kommt einen diese Art und Weise sehr exotisch und merkwürdig vor, so dass ich mich wie ein Tourist auf Safari gefuehlt habe, der gerade ein Rudel exotischer Tiere beobachtet und ihre Verhaltensweisen nicht zu interpretieren weiß. Nach dieser interessanten Erfahrung ging es dann, wie gesagt, zum gemütlichen und fischigen Teil des Abends über. Bei dieser Gelegenheit musste ich zur Belustigung aller zum ersten Mal „Uhni“ essen. Ein undefinierbares, schleimiges und orangefarbiges Etwas auf dem Sushi-Reisbällchen. Alle haben versucht mir zu erklären, was es ist und mir auch das englische Wort gezeigt, allerdings konnte ich damit nichts anfangen. Nach späteren Recherchen hat sich rausgestellt, dass Uhni irgendetwas vom Seeigel ist. Der Geschmack war ähnlich „interessant“, wie die fermentierten (= verschimmelten) Sojabohnen, die ich schon essen musste, aber dafür bin ich jetzt ein wenig schlauer.

Am Mittwoch hatte ich meinen ersten echten Japanischunterricht. Die Lehrerin ist sehr nett, allerdings ist es nicht leicht die Wörter zu lernen, da absolut keine Verbindung zu germanischen oder romanischen Ausdrücken existiert. Eine weitere Eigenart, die es erschwert die Japanische Sprache zu erlernen, sind die vielen verschiedenen Höflichkeitsformen. Abhängig vom Alter bzw. Rang des Gesprächspartners müssen jeweils andere Ausdrücke benutzt werden. So existieren Wörter, die keinerlei konkrete Bedeutung haben, die jedoch für die Höflichkeit bzw. Ehrerbietung unerlässlich sind. Da wir Praktikanten jedoch immer die Jüngsten in der Firma sind, lernen wir stets die höchste Höflichkeitsform.

Auch wenn es tagsüber immer noch erstaunlich warm ist (ca. 22 Grad C), so zieht das Wetter, insbesondere nachts, langsam an. Angeblich soll es jedoch nie unter 0 Grad werden, so dass ich auch über den Winter hinweg mit meinem neuen, aber schon klapprigen, Fahrrad zu Arbeit radeln kann.

Heute habe ich zum ersten Mal mein Gehalt bekommen. Es wird sich herausstellen, in wie weit das Geld für die Lebensverhältnisse vor Ort ausreicht, aber wenn man vom Nachtleben in Tokio oder sonstigen Reisen mal absieht, ist dasKaffee Leben in Japan nicht so teuer wie erwartet. Noch esse ich im Wohnheim zu Abend allerdings gibt es Mahlzeiten, die sehr „grenzwertig“ sind. Das Frühstück, bestehend aus Suppe, grünem Tee, Fisch, Algen, Reis etc., habe ich schon aufgeben und durch längeren Schlaf und einen Kaffee ersetzt. Den Kaffee muss ich mir jedoch mittels meines neu erstandenen „Filterhalters“ selbst kochen. Auch wenn das etwas umständlich und weit von einem guten Cappuchino entfernt ist, genieße ich das kleine Stück westliche Zivilisation jeden Morgen auf’s neue.

essen

Neben dem schon erwähnten Kaffeefilterhalter bin ich außerdem noch stolzer Besitzer eines neuen Prepaid Handys. Ohne so etwas geht in Japan noch weniger als in Deutschland. Mein Chef hat mich ganz ungläubig angeguckt, als ich ihm keine Handynummer nennen konnte (deutsche Handys funktionieren in Japan nicht). Der Kauf war so kompliziert und mühselig, dass es sich nicht lohnt davon weiter zu berichten (bzw. ich keine Lust habe, ein Buch darüber zu schreiben). Soviel sei jedoch gesagt: Nach 4 Faxen, 5 Telefonaten mit der Telefongesellschaft und einem 1 stündigen Aufenthalt im Laden beim Kauf des Handys funktioniert es immer noch nicht! Angeblich liegt es an meiner temporären Alien-Card (nein, nicht Außerirdischer, sondern in Japan lebender Ausländer). Ich hoffe, dass sich das Problem löst, wenn ich im Besitz des endgültigen Dokumentes bin. Wahrscheinlich ist es nur ein kleines Problem, jedoch gestaltet sich die Kommunikation als sehr mühselig, wenn die Japaner kein Wort Englisch bzw. Deutsch können und ich kein Wort Japanisch spreche (aber das ändert sich ja bald…).

In diesem Sinne,

Shitsureishimasu!

tinteTintenfisch essen auf einem jap. Volksfest


Odaiba

Oktober 21, 2007

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Diesen Samstag stand Tokios Stadtteil Odaiba auf dem Programm. Diese von Menschenhand gemachte Insel liegt in der Tokyo-Bay und während der wirtschaftlichen Hochzeit in den 90ern wurden hier viele Hochhäuser hochgezogen. Die Atmosphäre, die durch den Sonnenuntergang, die Skyline und die Rainbow-Bridge erzeugt wird, ist wirklich einzigartig.

Leider können die Bilder Stimmungen schlecht wiedergeben, aber man bekommt dennoch einen Eindruck davon, wie es in Odaiba aussieht.

O1o2 Die Japaner kopieren eben gerne…

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Auf Obaida steht auch das (angeblich) weltgrößte Riesenrad. Auch wenn man lange anstehen musste, so wurde man durchaus mit einer tollen Sicht auf fast ganz Tokio entlohnt.

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Das erste Beben

Oktober 18, 2007

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Ab gestern Abend kann ich noch eine weitere Attraktion Japans auf meiner Liste abhaken. So ca. um 22 Uhr Ortszeit hat die Erde unter meinen Füßen gewackelt. Am Anfang dachte ich, es sei ein Zug oder LKW, der in der Nähe vorbeifährt aber die Charakteristik der Bewegung war anders (abgesehen davon, dass keinen Züge vor meinem Wohnheim fahren). Es ist nichts Tragisches passiert, aber man konnte richtig die Amplitude des Bebens spüren und das Zittern dauerte 2-3 Sekunden an.

Ich hoffe, die Erde ist nun wieder etwas entspannter – ich bin es jedenfalls wieder.


Das Wochenende

Oktober 16, 2007

…habe ich mal wieder Tokio verbracht. O.k., nicht das ganze Wochenende – aber: Samstag 11-24 Uhr und Sonntag 1-6 Uhr (das reicht dann auch).

So weit ich mich erinnern kann (!) war’s sehr lustig! Unten sind ein paar Bilder, der Rest ist hier zu sehen.


Der Umweltschutz

Oktober 12, 2007

Und es gibt doch ein’s!
Ein Land, das noch exakter Müll trennt als Deutschland.
In meinem Flur im Wohnheim hat man die Auswahl von X verschiedene Tonnen, in denen man seinen mannigfaltigen Müll beseitigen soll. PET-Flaschen, die Etiketten der PET-Flaschen, PVC, sonstige Folie, Papier, Dosen, Restmüll sind nur einige Auswahlmöglichkeiten. Es gibt auch Behälter, die für meine Augen die gleichen Plastikfolien enthalten, aber die japanischen Zeichen der Beschriftungen sind dennoch unterschiedlich.
Aufgrund dieser Akribie gibt es in den Innenstädten kaum Mülleimer. Da die Japaner es so genau nehmen, müsste nicht ein Eimer an jeder Ecke stehen, sondern eben 10, um allen Abfallarten Rechnung zu tragen. Wenn man also in Tokio unterwegs ist und man will seinen Müll los werden, kann das zu einem Problem werden.
Auch in anderen Belangen wird deutlich, wieso die Klimakonferenz in Kyoto stattfand. Zur Mittagszeit wir in meinem Büro das Licht ausgeschaltet, so dass man am 12 Uhr im Dunkeln sitzt. Außerdem muss man es sich zweimal überlegen etwas auszudrucken, da das nicht so gerne gesehen wird.

Auch wenn ich nicht weiß, ob dafür ökonomische oder ökologische Gründe eine Rollen spielen, ist noch interessant, dass die Taxis in Japan mit Flüssiggas fahren. Was an und für sich vielleicht eine gute Idee ist, kann sich als ungünstig rausstellen wenn man mit viel Gepäck unterwegs ist. Fast der gesamte Kofferraum wird nämlich von dem Gastank beherrscht.

Für mich ist die Umweltliebe der Japaner aber auch von Vorteil. Alle Waschmaschinen waschen nur mit kaltem Wasser. Das bedeutet, ich kann es kaum schaffen, meine weißen Hemden aus versehen rosa zu färben!


Die Arbeit

Oktober 10, 2007

 

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Die Arbeit ist bis jetzt noch nicht all zu aufregend, da ich mich erst in die Materie einlesen muss, bevor mich die Japaner etwas richtiges arbeiten lassen.

Ich arbeite in der Abteilung, die den tollen Namen PUE11 trägt, was sich wohl irgendwie aus den Wörtern Purchasing und Engineering ableitet. So weit ich meinen Chef verstanden habe (und das war nicht einfach!) werde ich mich in nächster Zeit um die Lieferanten kümmern, die nicht aus Japan sind. Unter diesen „oversea suppliers“ gehören zum Beispiel Firmen aus Thailand oder Indien. Ich kann nur hoffen, dass die Englischkenntnisse in diesen Ländern etwas ausgeprägter sind als im schönen Nippon.

So weit ich das in der kurzen Zeit beobachten konnte, unterscheidet sich das Büroleben in Japan doch erheblich von dem Arbeitsalltag in Deutschland. Das erste, was einem Europäer auffällt ist, wie ruhig es in den Büros zugeht. Ich weiß nicht, ob das in ganz Japan so ist, oder nur eine Eigenart dieser Firma, aber auf jeden Fall ist es sehr gewöhnungsbedürftig. Mit den Kollegen wird sehr wenig gesprochen bzw. diskutiert und wenn, dann fast nur im Flüsterton. Mein Tischnachbar gegenüber hält sogar die Hand von den Hörer, wenn er telefoniert. Ich habe jeden Tag ein schlechtes Gewissen, wenn ich mein „Good Morning“ (ja, ich kann’s immer noch nicht auf Japanisch sagen) ausspreche, da dadurch irgendwie die Stille gestört wird. Wenn man durch das Großraumbüro läuft, das nebenan ist, glaub man, man sei allein – obwohl ca. 40 Leute darin arbeiten.

Eine weiter Eigenart ist, dass man immer auf einer großen Tafel dokumentieren muss, ob man gerade auswärts oder im Büro ist. Im Falle eines Erdbebens weiß man somit wen man noch in den Trümmern suchen sollte und wen nicht.

Was meinen persönlichen Arbeitsablauf empfindlich stört ist, dass Japan alles andere als eine Kaffeenation ist. Hier dominiert eindeutig der Tee (leider immer ‚grün’ und nicht ‚schwarz’). Kaffee gibt es nur im Automaten und der ist sehr bescheiden. Immerhin weiß ich jetzt, dass Büroangestellte auch ohne Kaffee auskommen können, aber vielleicht sind sie ja deshalb so leise.


Das Bad

Oktober 8, 2007

Wie das Zimmer, so hat auch das Bad so seine Eigenheiten. Im gesamten Duschsaal sind alle Spiegel auf Kniehöhe angebracht. Was den Europäer zunächst wundert, ist in Japan ganz normal. Hier wird im Sitzen geduscht und danach geht man in die sehr heiße Gemeinschaftsbadewanne. Dabei muss man beachten, dass während man auf seinem kleinen Hocker sitzt jeglicher Schaum weggespült worden ist, bevor man in die Wanne darf. Mit Schaum im Haar, oder sonst wo, in das saubere Wasser der Wanne zu steigen wäre genauso schlimm, wie in der Toilette nicht die dafür extra vorgesehenen Toilettenschuhe anzuziehen.

Duschen

Wanne


Das Zimmer

Oktober 8, 2007

Mein erster Gedanke beim Betreten des Zimmers war: wie soll ich es hier 6 Monate aushalten?!

Mittlerweile (es ist eine Woche vergangen) habe ich mich aber daran gewöhnt, dass ich keinen Stuhl oder Tisch habe oder auf keinem „hohen“ Bett schlafen kann. Die von Bosch geschickte Beschreibung des Wohnheims („room: japanese style“) hat sich also bewahrheitet. Meine ca. 12 qm große Bleibe ist fast vollständig mit den so genannten Tatami-Matten ausgelegt. Diese sind aus Reisstroh gefertigt und man darf sie nur barfuß oder in Strümpfen begehen. Das Bett (Futon) besteht aus 2 dünnen Matratzen, die für die Nacht auf die Tatami gelegt werden. In meinem riesigen Kleiderschrank kann ich glücklicherweise so gut wie alles verstauen, so dass ich keine weiteren Möbel brauche, die meine Bewegungsfreiheit einschränken würden.

Zimmer

Der Fernseher im Zimmer ist so gut wie nutzlos, da es nur japanische Sender zu empfangen gibt. Vielleicht nützt mir das, wenn ich ein wenig mehr Japanisch verstehe. Momentan hat er für mich aber keinen Wert, da japanisches Fernsehen so schrill, hektisch und irgendwie bescheuert ist, das man davon Kopfweh oder Aggressionen oder beides bekommt.

Seit gestern habe ich auch endlich Internet im Zimmer. Die Verlegung der Kabel war etwas abenteuerlich und ich habe jetzt ein kleines Loch in meiner Außenwand.Das Internetkabel musste von dem Zimmer eines anderen Praktikanten über den Hof in mein Zimmer gelegt werden, was einige Anpassungen auf Seiten des Hauses bedurfte.

Internet


Wie alles began…

Oktober 8, 2007

London Tokio

Flug und Transfer vom Flughafen nach Higashimatsuyama verliefen einigermaßen problemlos. Es hat sich als sehr günstig erwiesen, den Platz vorher online zu reservieren. Meine einzige Sitznachbarin im Flugzeug war eine junge Japanerin. Es war mehr oder weniger gut möglich, sich mit ihr zu verständigen. Zu dieser Zeit dachte ich noch, dass ihr Englisch nicht so gut sei. Heute, nach einer Woche in Japan, weiß ich jedoch, dass ihre Sprachkenntnisse geradezu hervorragend waren; aber dazu später mehr. Aufgrund der Verspätung meines Flugzeugs konnte ich meinen deutschen Praktikanten-Kollegen am Tokioer Flughafen leider nicht mehr antreffen, so dass ich gezwungen war die Reise nach Higashimatsuyama selbst anzutreten.

Diese Fahrt mit Bus und Bahn verlief ohne große Zwischenfälle. Am Bahnhof in Higashimatsuyama (kurz: Hig) erwartete ich dann meine Kontaktperson von Bosch, die mich abholen sollte. Meine Vorstellung von einem großen, schönen deutschen Auto, das mich persönlich vom Bahnhof abholt wurde schnell zerstört. Stattdessen kam ein kleiner rostiger Subaru mit einem ebenso kleinen wie alten Japaner um „Fahrbach-san“ abzuholen. Es stellte sich schnell heraus, dass Hiraiwa-san, so sein Name, ein sehr lustiger Mann ist, der in seinem, von einem japanischen Akzent geprägten, Englisch gerne mal deutsche Wörter einstreut. So zum Beispiel: „using the dryer is not umweltfreundlich“, oder „all cars with yellow licence-plates are Trabbies“ . Mit solchen oder ähnlichen Kommentaren wurden mir dann die dormitory rules (Wohnheimregeln) erklärt und das Zimmer gezeigt.

Es hat sich schnell herausgestellt, dass es noch einige andere deutsche Praktikanten hier in meinem Wohnheim gibt. Die meisten von ihnen sind schon ein oder zwei Monate in Japan, aber es gibt auch noch drei weitere Neuankömmlinge wie mich. Der Anschluss fällt einem hier relativ leicht, da man in einer so fremden Umgebung ist, die die Exilanten untereinander näher bringt.