
Es ist nun schon ein Weile her, dass ich mich an dieser Stelle gemeldet habe. Dies lag nicht daran, dass nichts passiert ist und ich somit nichts zu berichten hatte, sondern eher das Gegenteilige war der Fall.
Das Jahr 2007 habe ich mit einer Weihnachtsfeier in Tokio mit jungen japanischen und internationalen Angestellten von Bosch, einer End-Year-Feier mit den japanischen Kollegen meiner Abteilung, einem Weihnachtsessen an Heilig Abend mit meinen Mitbewohnern und dem Besuch von Lena über Silvester beendet. Alle Ereignisse detailiert zu beschreiben würde meine Geduld und wahrscheinlich auch die der Besucher dieser Seite zu sehr in Anspruch nehmen. Zu allen weihnachtlichen Aktivitäten sei gesagt, dass es in einem vom Buddhismus und Shintoismus geprägten Land nicht einfach ist in Weihnachtsstimmung zu kommen. Auch wenn das Besinnliche im europäischen Vorweihnachtsstess kaum eine Chance hat, so hat spätestens der 24. bzw. 25. immer etwas Besonderes an sich. Wie gesagt, blieb dieses Gefühl bei mir leider dieses Jahr aus und außerdem musste ich über die gesamten Feiertage arbeiten.
Nichtsdestotrotz konnte ich mich auf Lenas Besuch am 27. freuen. Kurz vor ihrem Abflug gab es noch ein wenig Aufregung, da der Flug überbucht war. Der glückliche Ausgang dieser Sache war, dass sie Business Class fliegen durfte und somit erholter am Tokioter Flughafen ankam als ich nach meiner Zugfahrt von Higashimatsuyama. Der Urlaub war so geplant, dass wir bis Silvester in Tokio bleiben und danach per Nachtbus nach Kyoto fahren, um dort 3 Nächte zu bleiben.
In Tokio haben wir viele verschiedene Highlights gesehen und eine Tagestour nach Hakone gemacht. Dort kann man heiße Quellen und Schwefelfelder sehen und man sollte einen tollen Blick auf den Fuji-san (Fujiyama) haben. Unglücklicherweise haben wir extrem nebliges Wetter gehabt, so dass dieses Vergnügen ausblieb.
Silvester haben wir zusammen mit 2 Mitbewohnern von mir erst in einer Bar und anschließend in einem Club im Stadtteil Roppongi verbracht. Kurz nachdem wir erst morgens wieder ins Hotel zurück kamen mussten wir dann um 11 Uhr wieder auschecken, was den ersten Tag im neuen Jahr zu einem sehr anstrengenden gemacht hat.
Am Abend ging es dann via Nachtbus Richtung Kyoto weiter, wo wir in einem kleinen Ryonkan (jap. Gästehaus) das von einem Kanadier und einer Österreicherin geführt wird, die nächsten 3 Nächte verbrachten. Das Haus war sehr alt und die Zimmer waren im japanischen Stil mit Tatami-Matten und Futons ausgestattet. Zu unserer Erleichterung war das Frühstück dann aber österreichisch mit viel Quark, Obst und Müsli. Bei aller Liebe zu japanischem Essen ist das hiesige Frühstück (Suppe, Grüner Tee, Fisch, Algen,…) für mich kaum zu genießen.
Kyoto, die ehemalige Hauptstadt von Japan, blieb von den Bombenangriffen im 2. Weltkrieg weitestgehend verschont und daher kann man viel von dem alten Flair Japans mitbekommen und die traditionellen Holztempel, Schreine und Stadtteile besuchen. Jeder der etlichen Tempeln ist wie im Bilderbuch und einer ist grösser und schöner als der andere. Die Architektur und der gesamte Stil ist sehr andersartig als alles Europaeische. Der Stadtteil Gion, in dem früher die Geishas Ihrem Beruf nachgegangen sind, ist noch gut erhalten und man bekommt einen Eindruck, wie Japanische Städte vor der Moderne bzw. vor dem Krieg ausgesehen haben müssen.
Am letzten Tag sind wir von Kyoto aus noch schnell nach Inari mit dem Zug gefahren, um die berühmten shintoistischen Tor-Alleen zu bewundern und dann ging es am Abend wieder zurück nach Tokio, um am nächsten Morgen pünktlich am zu Flughafen sein.
Die Verabschiedung von Lena und der Beginn der Arbeit im neuen Jahr ist mir nicht leicht gefallen. Allerdings habe ich schon über die Hälfte meines Japanaufenthaltes hinter mir und es gibt noch genügend Dinge, auf die ich mich freuen kann. In zwei Wochen werde ich zum ersten mal auf asiatischen Boden Skifahren und am Wochenende darauf besuche ich mit zwei Freunden den großen Sumo-Wettkampf in Tokio.
Wie immer sind alle Bilder im Bilderalbum zu finden bzw. hier.

Januar 10, 2008 um 7:45
Hallo Kai,
sehr schöne Eindrücke aus dem Land der aufgehenden Sonne! Da ich selber zurzeit in der Planung meines Fachpraktikums in Japan stecke, bin ich bei meiner Suche nach Informationen hier in deinem Blog gelandet. Bisher ist Bosch auch mein Wunschkandidat und ich stecke tief in den Bewerbungsfomalitäten. Hier und da habe ich noch ein paar Fragen, so dass es schön wäre, mit jemanden zu sprechen, der das Ganze schon mal „durchgemacht“ hat. Wenn du irgendwann mal einen freien Moment hast, würde ich mich freuen, wenn Du dich mit mir in Verbindung setzen würdest.
Ja mata,
Christoph Urbahn