Die Welcome Party

Oktober 30, 2007

Letzten Freitag hatte ich nun endlich meine Welcome Party. Naja, es war nicht nur meine Party. Eine Kollegin meines Büros hat sich verabschiedet und außer mir ist noch eine aus Korea stammende Chinesin zur Abteilung hinzugekommen.

Für uns 3 wurde daher nach der Arbeit ein größeres Restaurant gemietet und so richtig gefeiert. Es gab allerlei japanische Köstlichkeiten wie Krabben, Sashimi (roher Fisch), Sake und sonstige nicht definierbare Dinge. Desweiteren gab es diverse Reden der Vorgesetzten und jeder von uns dreien musste sich vorstellen, wobei ich das auf Englischen machen durfte.

Um halb neun (wir hatten um 18h begonnen) war alles verspeist und die Gesellschaft hat sich langsam aufgelöst. Als ich vor dem Eingang des Restaurants so langsam mit den Verabschiedungen fertig war, wurde ich zur Seite genommen und ein jüngerer Kollege hat mit „second party“ zugeflüstert.

Lange Rede, kurzer Sinn: Der harte Kern (ca. 8 Leute) der Gesellschaft, inklusive mir, ist also in einer kleiner altmodischen, aber stilvollen, Kneipe ‘versackt’. Leider konnte ich es nicht verhindern, dass ich das obligatorische Karaoke mitmachen musste. Auch wenn meine Gesangskünste eher bescheiden daherkommen, waren meine japanischen Kollegen begeistert, da endlich jemand englische Lieder sang, die sie sehr gerne hören, sich aber nicht zu singen trauen.

Leider habe ich von dem offiziellen Essen keine Bilder, aber ein paar Karaoke Bilder sind hier zu finden.


Die Arbeit

Oktober 10, 2007

 

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Die Arbeit ist bis jetzt noch nicht all zu aufregend, da ich mich erst in die Materie einlesen muss, bevor mich die Japaner etwas richtiges arbeiten lassen.

Ich arbeite in der Abteilung, die den tollen Namen PUE11 trägt, was sich wohl irgendwie aus den Wörtern Purchasing und Engineering ableitet. So weit ich meinen Chef verstanden habe (und das war nicht einfach!) werde ich mich in nächster Zeit um die Lieferanten kümmern, die nicht aus Japan sind. Unter diesen „oversea suppliers“ gehören zum Beispiel Firmen aus Thailand oder Indien. Ich kann nur hoffen, dass die Englischkenntnisse in diesen Ländern etwas ausgeprägter sind als im schönen Nippon.

So weit ich das in der kurzen Zeit beobachten konnte, unterscheidet sich das Büroleben in Japan doch erheblich von dem Arbeitsalltag in Deutschland. Das erste, was einem Europäer auffällt ist, wie ruhig es in den Büros zugeht. Ich weiß nicht, ob das in ganz Japan so ist, oder nur eine Eigenart dieser Firma, aber auf jeden Fall ist es sehr gewöhnungsbedürftig. Mit den Kollegen wird sehr wenig gesprochen bzw. diskutiert und wenn, dann fast nur im Flüsterton. Mein Tischnachbar gegenüber hält sogar die Hand von den Hörer, wenn er telefoniert. Ich habe jeden Tag ein schlechtes Gewissen, wenn ich mein „Good Morning“ (ja, ich kann’s immer noch nicht auf Japanisch sagen) ausspreche, da dadurch irgendwie die Stille gestört wird. Wenn man durch das Großraumbüro läuft, das nebenan ist, glaub man, man sei allein – obwohl ca. 40 Leute darin arbeiten.

Eine weiter Eigenart ist, dass man immer auf einer großen Tafel dokumentieren muss, ob man gerade auswärts oder im Büro ist. Im Falle eines Erdbebens weiß man somit wen man noch in den Trümmern suchen sollte und wen nicht.

Was meinen persönlichen Arbeitsablauf empfindlich stört ist, dass Japan alles andere als eine Kaffeenation ist. Hier dominiert eindeutig der Tee (leider immer ‚grün’ und nicht ‚schwarz’). Kaffee gibt es nur im Automaten und der ist sehr bescheiden. Immerhin weiß ich jetzt, dass Büroangestellte auch ohne Kaffee auskommen können, aber vielleicht sind sie ja deshalb so leise.