DAHEIM!

April 5, 2008

… und mein Koffer jetzt endlich auch.

Zurückgebliebene


Besuch aus der Heimat

März 12, 2008

Kamakura

Eine anstrengende aber dafür umso lustigere Urlaubs-, Party- und Sightseeingwoche ist zu Ende. Der Besuch von Max war wahrscheinlich das letzte große Highlight meiner Japanepisode. Die vor-vorletzte Woche ist nun angebrochen und so langsam muss Abschied genommen werden.
Um so gelegener kam die letzte Woche in der ich nochmal mit einem guten Freund dieses besondere Land genießen konnte. Als Basislager hat uns das mir langsam so vertraute Tokio gedient. Neben dem Besuch der Sehenswürdigkeiten in der Stadt haben wir auch noch diverse Tagesausflüge gemacht. So bin ich nun auch endlich in den Genuss gekommen, den berühmten Fuji-san (Fujiyama bzw. Mt. Fuji) in seiner vollen Pracht zu sehen. Das Nachtleben kam ebenfalls nicht zu kurz und da Max ein großer Karaoke-Fan ist und das nun mal auch die Lieblingsbeschäftigung der Japaner ist, haben wir diese günstige Konstellation mehr als einmal genutzt. Desweiteren kann ich jedem, der eine gute Zigarre und einen Whisky zusammen mit einer atemberaubenden Sicht auf das nächtliche Tokio genießen will, diverse Hochhausbars empfehlen, die wir ausreichend getestet haben. Im 52. Stock ein Häuser- und Lichtermeer dieses Ausmaßes zu bestaunen ist in Europa leider nirgendwo möglich.
Nichtsdestotrotz freuen ich mich auch immer mehr auf meine anstehende Heimreise. Ich werde zwar aufgrund der Vorbereitungen für die anstehende Diplomarbeit einiges zu tun haben aber Familie, Freunde und echtes Brot wiederzusehen ist auch eine schöne Sache.

Bilder der Reise gibt’s hier.


Skiiifoahrn…

Januar 22, 2008

schnee

So, den 3. Kontinent, auf dem ich mit Skiern stand, kann ich nun abhaken. Leider habe ich diesmal auch ein wenig Blut auf dem Schnee hinterlassen aber davon später mehr.
Das Skigebiet, das wir uns ausgesucht hatten, hieß Minakami. Dieser Ort liegt nördlich von Higashimatsuyama bzw. Tokio in der Gunma Präfektur. Wir waren mit 11 deutschen Praktikanten und einem Japaner unterwegs. Da die Fahrt ca. 3 Stunden dauern würde und wir auch noch einchecken und Material ausleihen mussten, ging es am Samstag so gegen 5 Uhr Morgens los. Erst bei den letzten 3 Haltestellen bekam man Schnee zu sehen aber als wir in Minakami ankamen, sah es dann schon schön winterlich aus. Die Ski-Lodge, in der wir eine Nacht verbringen würden, war fest in australischer und neuseeländischer Hand. Der Unterschied in den Verhaltensweisen zwischen einem Australier und einem Japaner könnte kaum grösser sein. Die „Aussies“ behandeln einen als würde man sie schon jahrelang kennen. Das Zögerliche, Zurückhaltende, was einem bei den Japanern auf den Geist gehen kann, war hier nicht zu finden.
Das erste Skigebiet, das wir dann am Samstag Mittag in Angriff genommen hatten, war relativ klein. Dafür gab es jedoch die Möglichkeit mit Flutlicht bis 24 Uhr zu fahren. An diesem Tag kam ich leider auf die Idee, bei einem Ziehweg ein kleine Abkürzung abseits der Piste zu nehmen. So weit ging alles gut, bis ich am Ende einen tiefen Graben auf mich zukommen sah. An diesem bin ich dann auch gescheitert und hart mit Gesicht und Schulter auf den Boden aufgekommen. Das Ergebnis war ein tiefer Schnitt in der Nase und ein rechter Arm, den ich kaum bewegen konnte. Nachdem ich dann von der Unfallstation versorgt worden bin ging es – wenn auch etwas wacklig – weiter.
Den Abend haben wir in der Hütte der Australier verbracht, in der es eine Kneipe mit Live-Musik gab.
Am Sonntag ging es in ein anderes Skigebiet, das etwas grösser als das erste war. Auch wenn ich wegen meinem Arm noch nicht mal in der Lage war, mir selbst die Jacke anzuziehen, so konnte ich doch diesen Skifahr-Tag genießen. Das Wetter und die Pisten waren sehr schön und ich habe mir keine weiteren Blessuren zugezogen.


Sayonara 2007, konnichi wa 2008

Januar 7, 2008
Freak

Es ist nun schon ein Weile her, dass ich mich an dieser Stelle gemeldet habe. Dies lag nicht daran, dass nichts passiert ist und ich somit nichts zu berichten hatte, sondern eher das Gegenteilige war der Fall.
Das Jahr 2007 habe ich mit einer Weihnachtsfeier in Tokio mit jungen japanischen und internationalen Angestellten von Bosch, einer End-Year-Feier mit den japanischen Kollegen meiner Abteilung, einem Weihnachtsessen an Heilig Abend mit meinen Mitbewohnern und dem Besuch von Lena über Silvester beendet. Alle Ereignisse detailiert zu beschreiben würde meine Geduld und wahrscheinlich auch die der Besucher dieser Seite zu sehr in Anspruch nehmen. Zu allen weihnachtlichen Aktivitäten sei gesagt, dass es in einem vom Buddhismus und Shintoismus geprägten Land nicht einfach ist in Weihnachtsstimmung zu kommen. Auch wenn das Besinnliche im europäischen Vorweihnachtsstess kaum eine Chance hat, so hat spätestens der 24. bzw. 25. immer etwas Besonderes an sich. Wie gesagt, blieb dieses Gefühl bei mir leider dieses Jahr aus und außerdem musste ich über die gesamten Feiertage arbeiten.
Nichtsdestotrotz konnte ich mich auf Lenas Besuch am 27. freuen. Kurz vor ihrem Abflug gab es noch ein wenig Aufregung, da der Flug überbucht war. Der glückliche Ausgang dieser Sache war, dass sie Business Class fliegen durfte und somit erholter am Tokioter Flughafen ankam als ich nach meiner Zugfahrt von Higashimatsuyama. Der Urlaub war so geplant, dass wir bis Silvester in Tokio bleiben und danach per Nachtbus nach Kyoto fahren, um dort 3 Nächte zu bleiben.
In Tokio haben wir viele verschiedene Highlights gesehen und eine Tagestour nach Hakone gemacht. Dort kann man heiße Quellen und Schwefelfelder sehen und man sollte einen tollen Blick auf den Fuji-san (Fujiyama) haben. Unglücklicherweise haben wir extrem nebliges Wetter gehabt, so dass dieses Vergnügen ausblieb.
Silvester haben wir zusammen mit 2 Mitbewohnern von mir erst in einer Bar und anschließend in einem Club im Stadtteil Roppongi verbracht. Kurz nachdem wir erst morgens wieder ins Hotel zurück kamen mussten wir dann um 11 Uhr wieder auschecken, was den ersten Tag im neuen Jahr zu einem sehr anstrengenden gemacht hat.

silvester

Am Abend ging es dann via Nachtbus Richtung Kyoto weiter, wo wir in einem kleinen Ryonkan (jap. Gästehaus) das von einem Kanadier und einer Österreicherin geführt wird, die nächsten 3 Nächte verbrachten. Das Haus war sehr alt und die Zimmer waren im japanischen Stil mit Tatami-Matten und Futons ausgestattet. Zu unserer Erleichterung war das Frühstück dann aber österreichisch mit viel Quark, Obst und Müsli. Bei aller Liebe zu japanischem Essen ist das hiesige Frühstück (Suppe, Grüner Tee, Fisch, Algen,…) für mich kaum zu genießen.
Kyoto, die ehemalige Hauptstadt von Japan, blieb von den Bombenangriffen im 2. Weltkrieg weitestgehend verschont und daher kann man viel von dem alten Flair Japans mitbekommen und die traditionellen Holztempel, Schreine und Stadtteile besuchen. Jeder der etlichen Tempeln ist wie im Bilderbuch und einer ist grösser und schöner als der andere. Die Architektur und der gesamte Stil ist sehr andersartig als alles Europaeische. Der Stadtteil Gion, in dem früher die Geishas Ihrem Beruf nachgegangen sind, ist noch gut erhalten und man bekommt einen Eindruck, wie Japanische Städte vor der Moderne bzw. vor dem Krieg ausgesehen haben müssen.

2

Am letzten Tag sind wir von Kyoto aus noch schnell nach Inari mit dem Zug gefahren, um die berühmten shintoistischen Tor-Alleen zu bewundern und dann ging es am Abend wieder zurück nach Tokio, um am nächsten Morgen pünktlich am zu Flughafen sein.

torii

Die Verabschiedung von Lena und der Beginn der Arbeit im neuen Jahr ist mir nicht leicht gefallen. Allerdings habe ich schon über die Hälfte meines Japanaufenthaltes hinter mir und es gibt noch genügend Dinge, auf die ich mich freuen kann. In zwei Wochen werde ich zum ersten mal auf asiatischen Boden Skifahren und am Wochenende darauf besuche ich mit zwei Freunden den großen Sumo-Wettkampf in Tokio.

Wie immer sind alle Bilder im Bilderalbum zu finden bzw. hier.


Nikko

November 26, 2007

 Letzte Arbeitswoche war kurz, da wir am Mittwoch eine Erdbebenübung hatten und der Freitag ein Feiertag (Culture Day) war. Kurzfristig habe ich mich mit einem Freund (Marco) aus dem Wohnheim entschlossen, nach Nikko zu fahren und dort 2 Tage zu verbringen. Diese alte Stätte ist berühmt für ihre Tempelanlagen und für die außergewöhnlich schöne Landschaft. Der Kern der Tempelanlagen ist Teil des UNESCO Weltkulturerbes und die Berge von Nikko sind insbesondere im Herbst ein sehr beliebtes Ausflugsziel.
An unserem freien Tag sind wir nach Asakusa, dem ältesten Stadtteil Tokios gefahren. Zum einen wollten wir uns dort ein wenig umsehen und zum anderen kann man im Bahnhof von Asakusa den so genannten „All Nikko Pass“ kaufen. Dieses Ticket ermöglicht einem die verbilligte Fahrt von Tokio nach Nikko und man kann in Nikko umsonst alle Busse benutzen.
Nach der Besichtigung der Asahi-Brauerei und des Rotlicht- bzw. Vergnügungsviertels Asakusas haben wir uns wieder auf den Rückweg nach Higashimatusyama gemacht, da wir am nächsten Tag früh nach Nikko aufbrechen wollten (Aufstehen um 4 Uhr, …oh, oh).

Asakusa

Der 1. Tag in Nikko
Nikko liegt ca. 1000 m ü. NN und bei der Ankunft habe ich mich ein wenig wie im Skiurlaub gefühlt. Das Wetter war sonnig – kalt und auf den umliegenden Bergen lag sogar ein wenig Schnee. Nachdem wir unser Gepäck von einem freundlichen Japaner, dem Besitzer des kleinen Gästehauses das wir gebucht haben, abholen haben lassen, mussten wir uns erst einmal ‚orientieren’. Der Ausflug war relativ kurzfristig geplant (letztes Zimmer in Nikko bekommen!) und wir hatte kaum Zeit, um uns einen Plan zu machen und zu entscheiden, was wir wann machen wollen. Als wir etwas verloren am Busbahnhof standen und die Karten studierten, trafen wir glücklicherweise 4 unsere Mitpraktikantinnen, die schon einen Tag vor uns nach Nikko gefahren sind. Nach einem kurzen Frühstück haben wir uns dann entschlossen gemeinsam mit dem Bus in die Berge zu fahren, um von dort bergab zu den berühmten Wasserfällen zu wandern.
Auch wenn die herbstliche Färbung in den Bergen schon fast nicht mehr vorhanden war, gestaltete sich die Wanderung als sehr schön. Es tat gut, aus der Metropole Tokios zu kommen (größtes urbanisiertes Gebiet der Welt) und ein wenig Natur zu sehen. Wasserfälle, Birkenwälder, Berge, Seen und ein Moor haben die Wanderung sehr abwechslungsreich gemacht.
Am Abend nach unserer Wanderung haben wir dann zum ersten Mal in unserem Gästehaus eingecheckt. Da wir wortwörtlich das letzte Zimmer in Nikko bekommen haben, waren wir sehr positiv überrascht. Es stellte sich heraus, dass wir in einem Ryokan ein Zimmer ergattern konnten. Ryokans sind traditionelle japanische Herbergen. Die Zimmer sind mit Tatami-Matten ausgestattet (wie mein Zimmer im Wohnheim) und im japanischen Stil eingerichtet. Das bedeutet, dass man auf dem Boden an einem kleinen Tisch sitzen kann, unter dem eine Heizdecke liegt. Das Ehepaar, das dieses Ryokan fuehrt, war geradezu extrem nett und man wurde richtig ‚bemuttert’. Nachdem wir die traditionellen Hauskimonos angezogen hatten und unsere halb erfrorenen Füße unter den Tisch bzw. die Heizdecke gesteckt hatten, bekamen wir sofort eine japanische Nudelsuppe obwohl eigentlich kein Essen in dem Preis für das Zimmer enthalten war. Wir hatten großen Spaß in unserem Zimmer zu sitzen und möglichst „einheimisch auszusehen“. Nachdem wir die 3. Flasche Bier geordert hatten, wurde unsere Gastgeberin richtig besorgt und sie hat uns vor dem ‚heavy drinking’ gewarnt. Für einen Europäer ist es immer wieder erstaunlich, wie wenig die Japaner trinken und essen bzw. wie viel mehr man selbst iss und trinkt…

Wandersleut

Essen im Ryokan

Mehr Bilder…

2. Tag Nikko
Erstaunlicherweise haben wir es geschafft, relativ früh aus dem Bett zu kommen und so fuhren wir zeitig mit dem Bus zu den Tempelanlagen. Diese sind sehr groß und weitläufig und gehören, wie schon gesagt, zu dem Weltkulturerbe der UNESCO. Eine der berühmtesten Attraktionen in Nikko, die man auch in Europa kennt, sind die 3 Affen, welche die Haltung des Buddhismus’ repräsentieren: Nichts Böses hören, nichts Böses sehen, nichts Böses sagen. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche beeindruckende Tempel und Schreine, die einen ganz besonderen Scharm ausstrahlen. Die fernöstliche Religion ist so andersartig und exotisch, dass man sich manchmal wie in einer anderen Welt fühlt. Wir hatten noch das Glück, eine Segnungsprzedur (jedenfalls interpretiere ich das so) und eine Hochzeit (das war eindeutig) mitzuerleben.
Auch wenn die Kultur so anders und faszinierend ist, stellt sich nach 3 Stunden Tempeln und Schreine das gleiche Gefühl ein, das man hat, wenn man in Rom Kirchen anschaut: „irgendwann ist es genug und es wiederholt sich nur noch“
Aus diesem Grund und weil wir noch eine lange Heimfahrt vor uns hatten, sind wir dann am Nachmittag wieder aufgebrochen. Nikko-Asakusa-Ueno-Ikebukuro-Higashimatsuyama war unsere Route. Erschöpft und mit vollen Speicherkarten unsere Kameras sind wir dann endlich am Abend in unserem Wohnheim in Higashimatsiyama angekommen.

Tempel

3 Affen

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