Die letzte Attraktion von Japan, die ich von meiner „must see“ Liste streichen kann, ist der Fischmarkt von Tokio. Dieses Spektakel beginnt immer sehr früh am Morgen, so dass meine Mitpraktikanten und ich mal wieder die Nacht davor in Tokio verbringen ‘mussten’. Da dieser Umstand jedoch aufgrund der ungünstigen Abfahrtzeiten der Bahn so langsam zur Routine geworden ist und einem auch Nachts nicht langweilig wird, war das alles kein Problem. Also machten wir uns am Samstag Abend auf den Weg, um in Tokio zu feiern und dann morgens den weltgrößten Fischmarkt zu bewundern.
In der ersten Kneipe machten wir Bekanntschaft mit 2 sehr lustigen Japaner. Wie es in diesem Land so Sitte ist, kamen sie direkt von der Arbeit. Sie wollten uns unbedingt zum Markt begleiten und fanden es sehr lustig, dass wir den Tsukiji als Sightseeing-Attraktion sehen wollten.

Nach einer ausgedehnten Kneipentour und einem Besuch in einem Club ging es dann so gegen 5:30h mit dem Taxi in Richtung Fischmarkt. Dieser besteht aus riesigen Hallen, in denen so ziemlich alles angeboten wird, was das Meer zu bieten hat. Viele Tiere haben noch gelebt, einige waren gefroren und manche schon teilweise verarbeitet. Wir waren so ziemlich die einzigen Touristen und man musste sehr aufpassen, nicht von den kleinen motorisieren Transportwagen überfahren zu werden. Nach einer durchzechten Nacht und so früh am Morgen wirkte das geschäftige Treiben auf gewisse Weise surreal.
Ein Highlight war die Tunfischversteigerung. Diese überraschenderweise sehr großen Tiere wurden in einer Halle aufgereiht, so dass jeder Händler die Fische genau unter die Lupe nehmen konnte. Nachdem sich jeder ein Bild von der Qualität und Größe gemacht hat, fing die Versteigerung an.
Sofort nachdem die Auktion beendet war, fingen alle an, ihre neuen Errungenschaften zu ihrem Stand zu transportieren und dort wurden die Tunfische mit riesigen Säbeln, Sägen und Messern zerlegt.

Nachdem wird uns noch ein wenig den Markt angeguckt hatten, war es Zeit für’s Frühstück. Auch wenn so richtig niemand Lust darauf hatte, gehörte es zu unserem Sightseeing-Plan, zum Abschluss noch Sushi essen zu gehen. Unsere japanischen Freunde, die die ganze Zeit mehr oder weniger als unsere Reiseführer und Übersetzer fungierten, zeigten uns auch gleich ein Restaurant, in dem man das frischste Sushi verzehren kann. Auch wenn niemand von uns noch im Stand war, die Mahlzeit kulinarisch zu genießen und einige am Tisch ihrer Müdigkeit nachgeben mussten, war dieses Restaurant ein guter Abschluss für eine lange Nacht.



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