DAHEIM!
April 5, 2008Das Bad
Oktober 8, 2007Wie das Zimmer, so hat auch das Bad so seine Eigenheiten. Im gesamten Duschsaal sind alle Spiegel auf Kniehöhe angebracht. Was den Europäer zunächst wundert, ist in Japan ganz normal. Hier wird im Sitzen geduscht und danach geht man in die sehr heiße Gemeinschaftsbadewanne. Dabei muss man beachten, dass während man auf seinem kleinen Hocker sitzt jeglicher Schaum weggespült worden ist, bevor man in die Wanne darf. Mit Schaum im Haar, oder sonst wo, in das saubere Wasser der Wanne zu steigen wäre genauso schlimm, wie in der Toilette nicht die dafür extra vorgesehenen Toilettenschuhe anzuziehen.
Das Zimmer
Oktober 8, 2007Mein erster Gedanke beim Betreten des Zimmers war: wie soll ich es hier 6 Monate aushalten?!
Mittlerweile (es ist eine Woche vergangen) habe ich mich aber daran gewöhnt, dass ich keinen Stuhl oder Tisch habe oder auf keinem „hohen“ Bett schlafen kann. Die von Bosch geschickte Beschreibung des Wohnheims („room: japanese style“) hat sich also bewahrheitet. Meine ca. 12 qm große Bleibe ist fast vollständig mit den so genannten Tatami-Matten ausgelegt. Diese sind aus Reisstroh gefertigt und man darf sie nur barfuß oder in Strümpfen begehen. Das Bett (Futon) besteht aus 2 dünnen Matratzen, die für die Nacht auf die Tatami gelegt werden. In meinem riesigen Kleiderschrank kann ich glücklicherweise so gut wie alles verstauen, so dass ich keine weiteren Möbel brauche, die meine Bewegungsfreiheit einschränken würden.
Der Fernseher im Zimmer ist so gut wie nutzlos, da es nur japanische Sender zu empfangen gibt. Vielleicht nützt mir das, wenn ich ein wenig mehr Japanisch verstehe. Momentan hat er für mich aber keinen Wert, da japanisches Fernsehen so schrill, hektisch und irgendwie bescheuert ist, das man davon Kopfweh oder Aggressionen oder beides bekommt.
Seit gestern habe ich auch endlich Internet im Zimmer. Die Verlegung der Kabel war etwas abenteuerlich und ich habe jetzt ein kleines Loch in meiner Außenwand.Das Internetkabel musste von dem Zimmer eines anderen Praktikanten über den Hof in mein Zimmer gelegt werden, was einige Anpassungen auf Seiten des Hauses bedurfte.
Wie alles began…
Oktober 8, 2007Flug und Transfer vom Flughafen nach Higashimatsuyama verliefen einigermaßen problemlos. Es hat sich als sehr günstig erwiesen, den Platz vorher online zu reservieren. Meine einzige Sitznachbarin im Flugzeug war eine junge Japanerin. Es war mehr oder weniger gut möglich, sich mit ihr zu verständigen. Zu dieser Zeit dachte ich noch, dass ihr Englisch nicht so gut sei. Heute, nach einer Woche in Japan, weiß ich jedoch, dass ihre Sprachkenntnisse geradezu hervorragend waren; aber dazu später mehr. Aufgrund der Verspätung meines Flugzeugs konnte ich meinen deutschen Praktikanten-Kollegen am Tokioer Flughafen leider nicht mehr antreffen, so dass ich gezwungen war die Reise nach Higashimatsuyama selbst anzutreten.
Diese Fahrt mit Bus und Bahn verlief ohne große Zwischenfälle. Am Bahnhof in Higashimatsuyama (kurz: Hig) erwartete ich dann meine Kontaktperson von Bosch, die mich abholen sollte. Meine Vorstellung von einem großen, schönen deutschen Auto, das mich persönlich vom Bahnhof abholt wurde schnell zerstört. Stattdessen kam ein kleiner rostiger Subaru mit einem ebenso kleinen wie alten Japaner um „Fahrbach-san“ abzuholen. Es stellte sich schnell heraus, dass Hiraiwa-san, so sein Name, ein sehr lustiger Mann ist, der in seinem, von einem japanischen Akzent geprägten, Englisch gerne mal deutsche Wörter einstreut. So zum Beispiel: „using the dryer is not umweltfreundlich“, oder „all cars with yellow licence-plates are Trabbies“ . Mit solchen oder ähnlichen Kommentaren wurden mir dann die dormitory rules (Wohnheimregeln) erklärt und das Zimmer gezeigt.
Es hat sich schnell herausgestellt, dass es noch einige andere deutsche Praktikanten hier in meinem Wohnheim gibt. Die meisten von ihnen sind schon ein oder zwei Monate in Japan, aber es gibt auch noch drei weitere Neuankömmlinge wie mich. Der Anschluss fällt einem hier relativ leicht, da man in einer so fremden Umgebung ist, die die Exilanten untereinander näher bringt.


Verfasst von kaiinjapan
Verfasst von kaiinjapan
Verfasst von kaiinjapan