Tsukiji (Fischmarkt)

Dezember 11, 2007

Die letzte Attraktion von Japan, die ich von meiner „must see“ Liste streichen kann, ist der Fischmarkt von Tokio. Dieses Spektakel beginnt immer sehr früh am Morgen, so dass meine Mitpraktikanten und ich mal wieder die Nacht davor in Tokio verbringen ‘mussten’. Da dieser Umstand jedoch aufgrund der ungünstigen Abfahrtzeiten der Bahn so langsam zur Routine geworden ist und einem auch Nachts nicht langweilig wird, war das alles kein Problem. Also machten wir uns am Samstag Abend auf den Weg, um in Tokio zu feiern und dann morgens den weltgrößten Fischmarkt zu bewundern.

In der ersten Kneipe machten wir Bekanntschaft mit 2 sehr lustigen Japaner. Wie es in diesem Land so Sitte ist, kamen sie direkt von der Arbeit. Sie wollten uns unbedingt zum Markt begleiten und fanden es sehr lustig, dass wir den Tsukiji als Sightseeing-Attraktion sehen wollten.

FM

Nach einer ausgedehnten Kneipentour und einem Besuch in einem Club ging es dann so gegen 5:30h mit dem Taxi in Richtung Fischmarkt. Dieser besteht aus riesigen Hallen, in denen so ziemlich alles angeboten wird, was das Meer zu bieten hat. Viele Tiere haben noch gelebt, einige waren gefroren und manche schon teilweise verarbeitet. Wir waren so ziemlich die einzigen Touristen und man musste sehr aufpassen, nicht von den kleinen motorisieren Transportwagen überfahren zu werden. Nach einer durchzechten Nacht und so früh am Morgen wirkte das geschäftige Treiben auf gewisse Weise surreal.

Ein Highlight war die Tunfischversteigerung. Diese überraschenderweise sehr großen Tiere wurden in einer Halle aufgereiht, so dass jeder Händler die Fische genau unter die Lupe nehmen konnte. Nachdem sich jeder ein Bild von der Qualität und Größe gemacht hat, fing die Versteigerung an.

Sofort nachdem die Auktion beendet war, fingen alle an, ihre neuen Errungenschaften zu ihrem Stand zu transportieren und dort wurden die Tunfische mit riesigen Säbeln, Sägen und Messern zerlegt.

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Nachdem wird uns noch ein wenig den Markt angeguckt hatten, war es Zeit für’s Frühstück. Auch wenn so richtig niemand Lust darauf hatte, gehörte es zu unserem Sightseeing-Plan, zum Abschluss noch Sushi essen zu gehen. Unsere japanischen Freunde, die die ganze Zeit mehr oder weniger als unsere Reiseführer und Übersetzer fungierten, zeigten uns auch gleich ein Restaurant, in dem man das frischste Sushi verzehren kann. Auch wenn niemand von uns noch im Stand war, die Mahlzeit kulinarisch zu genießen und einige am Tisch ihrer Müdigkeit nachgeben mussten, war dieses Restaurant ein guter Abschluss für eine lange Nacht.

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…wie immer, mehr Bilder im „Bilderalbum“, oder hier.


Nikko

November 26, 2007

 Letzte Arbeitswoche war kurz, da wir am Mittwoch eine Erdbebenübung hatten und der Freitag ein Feiertag (Culture Day) war. Kurzfristig habe ich mich mit einem Freund (Marco) aus dem Wohnheim entschlossen, nach Nikko zu fahren und dort 2 Tage zu verbringen. Diese alte Stätte ist berühmt für ihre Tempelanlagen und für die außergewöhnlich schöne Landschaft. Der Kern der Tempelanlagen ist Teil des UNESCO Weltkulturerbes und die Berge von Nikko sind insbesondere im Herbst ein sehr beliebtes Ausflugsziel.
An unserem freien Tag sind wir nach Asakusa, dem ältesten Stadtteil Tokios gefahren. Zum einen wollten wir uns dort ein wenig umsehen und zum anderen kann man im Bahnhof von Asakusa den so genannten „All Nikko Pass“ kaufen. Dieses Ticket ermöglicht einem die verbilligte Fahrt von Tokio nach Nikko und man kann in Nikko umsonst alle Busse benutzen.
Nach der Besichtigung der Asahi-Brauerei und des Rotlicht- bzw. Vergnügungsviertels Asakusas haben wir uns wieder auf den Rückweg nach Higashimatusyama gemacht, da wir am nächsten Tag früh nach Nikko aufbrechen wollten (Aufstehen um 4 Uhr, …oh, oh).

Asakusa

Der 1. Tag in Nikko
Nikko liegt ca. 1000 m ü. NN und bei der Ankunft habe ich mich ein wenig wie im Skiurlaub gefühlt. Das Wetter war sonnig – kalt und auf den umliegenden Bergen lag sogar ein wenig Schnee. Nachdem wir unser Gepäck von einem freundlichen Japaner, dem Besitzer des kleinen Gästehauses das wir gebucht haben, abholen haben lassen, mussten wir uns erst einmal ‚orientieren’. Der Ausflug war relativ kurzfristig geplant (letztes Zimmer in Nikko bekommen!) und wir hatte kaum Zeit, um uns einen Plan zu machen und zu entscheiden, was wir wann machen wollen. Als wir etwas verloren am Busbahnhof standen und die Karten studierten, trafen wir glücklicherweise 4 unsere Mitpraktikantinnen, die schon einen Tag vor uns nach Nikko gefahren sind. Nach einem kurzen Frühstück haben wir uns dann entschlossen gemeinsam mit dem Bus in die Berge zu fahren, um von dort bergab zu den berühmten Wasserfällen zu wandern.
Auch wenn die herbstliche Färbung in den Bergen schon fast nicht mehr vorhanden war, gestaltete sich die Wanderung als sehr schön. Es tat gut, aus der Metropole Tokios zu kommen (größtes urbanisiertes Gebiet der Welt) und ein wenig Natur zu sehen. Wasserfälle, Birkenwälder, Berge, Seen und ein Moor haben die Wanderung sehr abwechslungsreich gemacht.
Am Abend nach unserer Wanderung haben wir dann zum ersten Mal in unserem Gästehaus eingecheckt. Da wir wortwörtlich das letzte Zimmer in Nikko bekommen haben, waren wir sehr positiv überrascht. Es stellte sich heraus, dass wir in einem Ryokan ein Zimmer ergattern konnten. Ryokans sind traditionelle japanische Herbergen. Die Zimmer sind mit Tatami-Matten ausgestattet (wie mein Zimmer im Wohnheim) und im japanischen Stil eingerichtet. Das bedeutet, dass man auf dem Boden an einem kleinen Tisch sitzen kann, unter dem eine Heizdecke liegt. Das Ehepaar, das dieses Ryokan fuehrt, war geradezu extrem nett und man wurde richtig ‚bemuttert’. Nachdem wir die traditionellen Hauskimonos angezogen hatten und unsere halb erfrorenen Füße unter den Tisch bzw. die Heizdecke gesteckt hatten, bekamen wir sofort eine japanische Nudelsuppe obwohl eigentlich kein Essen in dem Preis für das Zimmer enthalten war. Wir hatten großen Spaß in unserem Zimmer zu sitzen und möglichst „einheimisch auszusehen“. Nachdem wir die 3. Flasche Bier geordert hatten, wurde unsere Gastgeberin richtig besorgt und sie hat uns vor dem ‚heavy drinking’ gewarnt. Für einen Europäer ist es immer wieder erstaunlich, wie wenig die Japaner trinken und essen bzw. wie viel mehr man selbst iss und trinkt…

Wandersleut

Essen im Ryokan

Mehr Bilder…

2. Tag Nikko
Erstaunlicherweise haben wir es geschafft, relativ früh aus dem Bett zu kommen und so fuhren wir zeitig mit dem Bus zu den Tempelanlagen. Diese sind sehr groß und weitläufig und gehören, wie schon gesagt, zu dem Weltkulturerbe der UNESCO. Eine der berühmtesten Attraktionen in Nikko, die man auch in Europa kennt, sind die 3 Affen, welche die Haltung des Buddhismus’ repräsentieren: Nichts Böses hören, nichts Böses sehen, nichts Böses sagen. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche beeindruckende Tempel und Schreine, die einen ganz besonderen Scharm ausstrahlen. Die fernöstliche Religion ist so andersartig und exotisch, dass man sich manchmal wie in einer anderen Welt fühlt. Wir hatten noch das Glück, eine Segnungsprzedur (jedenfalls interpretiere ich das so) und eine Hochzeit (das war eindeutig) mitzuerleben.
Auch wenn die Kultur so anders und faszinierend ist, stellt sich nach 3 Stunden Tempeln und Schreine das gleiche Gefühl ein, das man hat, wenn man in Rom Kirchen anschaut: „irgendwann ist es genug und es wiederholt sich nur noch“
Aus diesem Grund und weil wir noch eine lange Heimfahrt vor uns hatten, sind wir dann am Nachmittag wieder aufgebrochen. Nikko-Asakusa-Ueno-Ikebukuro-Higashimatsuyama war unsere Route. Erschöpft und mit vollen Speicherkarten unsere Kameras sind wir dann endlich am Abend in unserem Wohnheim in Higashimatsiyama angekommen.

Tempel

3 Affen

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Shibuya Crossing im Regen

November 16, 2007

Hier ist mal ein kleiner Eindruck von einer belebten Kreuzung Tokios am Samstag Abend…


Andre’ Länder…

November 16, 2007

Meine Erkältung hat mich leider immer noch im Griff. Auch wenn in jedem Reiseführer steht, dass lautes Schnäuzen in Japan nicht gerne gesehen wird, habe ich dieses Gebot schon lange hinter mir gelassen. Anfangs habe ich noch versucht diese für Japaner unappetitliche Tätigkeit halbwegs versteckt durchzuführen aber irgendwann ging das nicht mehr und jetzt lasse ich meinen europäischen Gepflogenheiten freien Lauf.

Viele meiner Kollegen sind auch erkältet, was sie dazu bewogen hat, einen Mundschutz anzuziehen. Oft sieht man Bilder von Asiaten, wie sie mit Fahrrad und Mundschutz durch eine überfüllte Straße fahren. Vor meinem Aufenthalt aber ich immer geglaubt, der Mundschutz sei dafür da sich gegen Smok, Vogelgrippe oder sonstige Gefahren zu schützen. Dass man sich aber so etwas Unbequemes und wenig Schmückendes anzieht, um die anderen Menschen vor einem selbst zu schützen, war mir neu.

Es fügt sich jedoch gut in das Gesellschaftsverständnis der Japaner ein. Individualismus wird auch hier groß geschrieben aber dennoch ist jeder Teil einer größeren Gruppe, die es gilt zu schützen (und sei es von einem selbst). Dieses Phänomen zeigt sich auch in dem Umgang mit öffentlichen Einrichtungen. Es ist fast unmöglich in Japan (selbst in Tokio) einen Mülleimer zu finden und dennoch wird man kein einziges Stückchen Papier auf der Straße entdecken. Jeder Japaner nimmt seinen Müll mit nach Hause und sogar die Asche der Zigaretten wird von manchen Japanern in einem Taschenaschenbecher aufgefangen und zuhause entsorgt. Auch der Blick aus Zügen, U-Bahnen oder ähnlichem wird nicht durch verkratzte Scheiben oder Graffiti behindert. Die hiesigen Züge, stets komplett ausgelastet (zur Rush Hour zu 130%), sind absolut sauber und es liegt kein Müll herum.
Auch wenn Japan bei weitem nicht frei von Kriminalität ist, so spielt sie sich anscheinend in höheren Gefilden ab (Mafia, Korruption, etc.). Jedenfalls fühlt man sich in der dunkelsten Gasse im großen Tokio nicht unsicher und man hört und sieht auch kaum Polizeiautos mit Sirene. Vielleicht ist dies auch mit der Geschlossenheit und Heterogenität dieser Gesellschaft zu erklären. Jeder passt auf den anderen auf und jemand, der andere schädigt wird aus der Gruppe verbannt.

Japan ist nun kein perfektes Land und es gibt genauso viele Dinge, die hier falsch laufen wie in Europa oder dem Rest der Welt. Viele Eigenarten gehen einem Europäer auch gehörig auf den Geist aber dennoch kann man von diesen andersartigen Einstellungen und Handlungsweisen lernen oder sich einfach nur schön darüber wundern.


Der Yoyogi Park

November 4, 2007

Den Samstag Nachmittag habe ich bei gutem Wetter im berühmten Yoyogi Park in Tokio verbracht.  Neben der schönen Natur ist der Meijin Jingu Schrein eine weitere Attraktion des Parks. Die ursprünglichen Hauptgebäude wurden im Krieg zerstört, allerdings wurde der Schrein mittels von der Bevölkerung gespendeten Holzes wieder original rekonstruiert.

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Die Welcome Party

Oktober 30, 2007

Letzten Freitag hatte ich nun endlich meine Welcome Party. Naja, es war nicht nur meine Party. Eine Kollegin meines Büros hat sich verabschiedet und außer mir ist noch eine aus Korea stammende Chinesin zur Abteilung hinzugekommen.

Für uns 3 wurde daher nach der Arbeit ein größeres Restaurant gemietet und so richtig gefeiert. Es gab allerlei japanische Köstlichkeiten wie Krabben, Sashimi (roher Fisch), Sake und sonstige nicht definierbare Dinge. Desweiteren gab es diverse Reden der Vorgesetzten und jeder von uns dreien musste sich vorstellen, wobei ich das auf Englischen machen durfte.

Um halb neun (wir hatten um 18h begonnen) war alles verspeist und die Gesellschaft hat sich langsam aufgelöst. Als ich vor dem Eingang des Restaurants so langsam mit den Verabschiedungen fertig war, wurde ich zur Seite genommen und ein jüngerer Kollege hat mit „second party“ zugeflüstert.

Lange Rede, kurzer Sinn: Der harte Kern (ca. 8 Leute) der Gesellschaft, inklusive mir, ist also in einer kleiner altmodischen, aber stilvollen, Kneipe ‘versackt’. Leider konnte ich es nicht verhindern, dass ich das obligatorische Karaoke mitmachen musste. Auch wenn meine Gesangskünste eher bescheiden daherkommen, waren meine japanischen Kollegen begeistert, da endlich jemand englische Lieder sang, die sie sehr gerne hören, sich aber nicht zu singen trauen.

Leider habe ich von dem offiziellen Essen keine Bilder, aber ein paar Karaoke Bilder sind hier zu finden.


(Fast) ein Monat rum

Oktober 25, 2007

Fast 1/6 meines gesamten Aufenthaltes ist jetzt schon fast vorüber. Zeit, mal wieder etwas zu schreiben.
Durch den Kauf einer Lampe und eines Tisches in japanischer Ausführung (15cm hoch) fühle ich mich in meinem Zimmer um einiges wohler und so langsam wird das Wohnheim zu meinem Zuhause.
Diesen Freitag habe ich meine Welcome Party, die meine Abteilung für mich organisiert. Ich wurde schon vorsichtig gefragt, ob ich trinkfest sei, so dass ich guter Hoffnung bin, dass der Abend sowohl feucht als auch fröhlich wird. Mein Supervisor hat außerdem eingeführt, dass sich mir jeden Tag einer meiner Kollegen vorstellen muss und mir erzählen soll, was seine (sind eigentlich nur Männer) Aufgaben sind. Ich hoffe, dass ich dadurch mehr zu tun bekomme, da die Arbeit momentan immer noch hauptsächlich aus Däumchendrehen besteht.
Am Sonntag Vormittag werde ich mit meinem Supervisor zum „Nissan Sales Festival“ fahren. Noch habe ich keine Ahnung, was der Grund dafür ist oder um was genau es sich darum handelt, aber ich freue mich dennoch schon darauf.

Letzte Woche war ich auch schon auf einem anderen „Business Trip“. Ein paar Kollegen, mein Chef und ich sind zur Tokio-Bucht gefahren und haben uns dort eine Firma angesehen, die unsere Logistik leitet. Dies beinhaltete eine Besichtigung des Containerhafens von Tokio und die Begehung eines riesigen Containerschiffs aus Thailand, auf dem der koreanische Kapitän uns in seinem interessanten Koreaner-Englisch die Navigation erklärte. Zum Mittag hat der Chef uns alle in ein angeblich italienisches Restaurant eingeladen, allerdings konnte der Koch seine japanische Herkunft nicht verleugnen und das hat man auch deutlich geschmeckt. Um einiges besser war das Abendessen, das aus Sushi und Asahi-Bier bestand. Auf ein Mal wurden die Japaner sehr locker und lustig. Ich weiß immer noch nicht, ob es an dem Bier lag oder an dem einsetzenden Feierabend. Kurz vor dem Sushi-Gelage durfte ich noch das legendäre japanische Prozedere des Visitenkartenaustauschens beobachten. Als Europäer kommt einen diese Art und Weise sehr exotisch und merkwürdig vor, so dass ich mich wie ein Tourist auf Safari gefuehlt habe, der gerade ein Rudel exotischer Tiere beobachtet und ihre Verhaltensweisen nicht zu interpretieren weiß. Nach dieser interessanten Erfahrung ging es dann, wie gesagt, zum gemütlichen und fischigen Teil des Abends über. Bei dieser Gelegenheit musste ich zur Belustigung aller zum ersten Mal „Uhni“ essen. Ein undefinierbares, schleimiges und orangefarbiges Etwas auf dem Sushi-Reisbällchen. Alle haben versucht mir zu erklären, was es ist und mir auch das englische Wort gezeigt, allerdings konnte ich damit nichts anfangen. Nach späteren Recherchen hat sich rausgestellt, dass Uhni irgendetwas vom Seeigel ist. Der Geschmack war ähnlich „interessant“, wie die fermentierten (= verschimmelten) Sojabohnen, die ich schon essen musste, aber dafür bin ich jetzt ein wenig schlauer.

Am Mittwoch hatte ich meinen ersten echten Japanischunterricht. Die Lehrerin ist sehr nett, allerdings ist es nicht leicht die Wörter zu lernen, da absolut keine Verbindung zu germanischen oder romanischen Ausdrücken existiert. Eine weitere Eigenart, die es erschwert die Japanische Sprache zu erlernen, sind die vielen verschiedenen Höflichkeitsformen. Abhängig vom Alter bzw. Rang des Gesprächspartners müssen jeweils andere Ausdrücke benutzt werden. So existieren Wörter, die keinerlei konkrete Bedeutung haben, die jedoch für die Höflichkeit bzw. Ehrerbietung unerlässlich sind. Da wir Praktikanten jedoch immer die Jüngsten in der Firma sind, lernen wir stets die höchste Höflichkeitsform.

Auch wenn es tagsüber immer noch erstaunlich warm ist (ca. 22 Grad C), so zieht das Wetter, insbesondere nachts, langsam an. Angeblich soll es jedoch nie unter 0 Grad werden, so dass ich auch über den Winter hinweg mit meinem neuen, aber schon klapprigen, Fahrrad zu Arbeit radeln kann.

Heute habe ich zum ersten Mal mein Gehalt bekommen. Es wird sich herausstellen, in wie weit das Geld für die Lebensverhältnisse vor Ort ausreicht, aber wenn man vom Nachtleben in Tokio oder sonstigen Reisen mal absieht, ist dasKaffee Leben in Japan nicht so teuer wie erwartet. Noch esse ich im Wohnheim zu Abend allerdings gibt es Mahlzeiten, die sehr „grenzwertig“ sind. Das Frühstück, bestehend aus Suppe, grünem Tee, Fisch, Algen, Reis etc., habe ich schon aufgeben und durch längeren Schlaf und einen Kaffee ersetzt. Den Kaffee muss ich mir jedoch mittels meines neu erstandenen „Filterhalters“ selbst kochen. Auch wenn das etwas umständlich und weit von einem guten Cappuchino entfernt ist, genieße ich das kleine Stück westliche Zivilisation jeden Morgen auf’s neue.

essen

Neben dem schon erwähnten Kaffeefilterhalter bin ich außerdem noch stolzer Besitzer eines neuen Prepaid Handys. Ohne so etwas geht in Japan noch weniger als in Deutschland. Mein Chef hat mich ganz ungläubig angeguckt, als ich ihm keine Handynummer nennen konnte (deutsche Handys funktionieren in Japan nicht). Der Kauf war so kompliziert und mühselig, dass es sich nicht lohnt davon weiter zu berichten (bzw. ich keine Lust habe, ein Buch darüber zu schreiben). Soviel sei jedoch gesagt: Nach 4 Faxen, 5 Telefonaten mit der Telefongesellschaft und einem 1 stündigen Aufenthalt im Laden beim Kauf des Handys funktioniert es immer noch nicht! Angeblich liegt es an meiner temporären Alien-Card (nein, nicht Außerirdischer, sondern in Japan lebender Ausländer). Ich hoffe, dass sich das Problem löst, wenn ich im Besitz des endgültigen Dokumentes bin. Wahrscheinlich ist es nur ein kleines Problem, jedoch gestaltet sich die Kommunikation als sehr mühselig, wenn die Japaner kein Wort Englisch bzw. Deutsch können und ich kein Wort Japanisch spreche (aber das ändert sich ja bald…).

In diesem Sinne,

Shitsureishimasu!

tinteTintenfisch essen auf einem jap. Volksfest


Odaiba

Oktober 21, 2007

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Diesen Samstag stand Tokios Stadtteil Odaiba auf dem Programm. Diese von Menschenhand gemachte Insel liegt in der Tokyo-Bay und während der wirtschaftlichen Hochzeit in den 90ern wurden hier viele Hochhäuser hochgezogen. Die Atmosphäre, die durch den Sonnenuntergang, die Skyline und die Rainbow-Bridge erzeugt wird, ist wirklich einzigartig.

Leider können die Bilder Stimmungen schlecht wiedergeben, aber man bekommt dennoch einen Eindruck davon, wie es in Odaiba aussieht.

O1o2 Die Japaner kopieren eben gerne…

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Auf Obaida steht auch das (angeblich) weltgrößte Riesenrad. Auch wenn man lange anstehen musste, so wurde man durchaus mit einer tollen Sicht auf fast ganz Tokio entlohnt.

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Das erste Beben

Oktober 18, 2007

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Ab gestern Abend kann ich noch eine weitere Attraktion Japans auf meiner Liste abhaken. So ca. um 22 Uhr Ortszeit hat die Erde unter meinen Füßen gewackelt. Am Anfang dachte ich, es sei ein Zug oder LKW, der in der Nähe vorbeifährt aber die Charakteristik der Bewegung war anders (abgesehen davon, dass keinen Züge vor meinem Wohnheim fahren). Es ist nichts Tragisches passiert, aber man konnte richtig die Amplitude des Bebens spüren und das Zittern dauerte 2-3 Sekunden an.

Ich hoffe, die Erde ist nun wieder etwas entspannter – ich bin es jedenfalls wieder.


Das Wochenende

Oktober 16, 2007

…habe ich mal wieder Tokio verbracht. O.k., nicht das ganze Wochenende – aber: Samstag 11-24 Uhr und Sonntag 1-6 Uhr (das reicht dann auch).

So weit ich mich erinnern kann (!) war’s sehr lustig! Unten sind ein paar Bilder, der Rest ist hier zu sehen.